„𝐖𝐡𝐢𝐬𝐩𝐞𝐫𝐬 𝐨𝐟 𝐓𝐨𝐦𝐨𝐫𝐫𝐨𝐰 (𝐃𝐫𝐨𝐰𝐧𝐢𝐧𝐠 𝐇𝐞𝐚𝐫𝐭𝐬 𝐃𝐮𝐞𝐭 𝟐)“ von Jessica Winter

Meine Rezi:
Kennst du diese Bücher, bei denen du anfangs denkst, du weißt ungefähr, was dich erwartet, und plötzlich sitzt du da und merkst, dass dich die Geschichte viel tiefer getroffen hat, als du jemals gedacht hättest?
Genau das ist mir hier passiert.
Ich bin nach Band 1 mit einer gewissen Erwartung an Band 2 herangegangen und hätte nicht gedacht, dass es noch berührender werden könnte. Aber die Autorin hat mich eines Besseren belehrt. Dieses Buch hat mich nachdenklich gemacht, mir das Herz schwer werden lassen und mir gleichzeitig gezeigt, wie viel Kraft in zwischenmenschlichen Verbindungen stecken kann.
Wir planen, machen uns Gedanken über morgen und glauben oft, unser Weg wäre einigermaßen vorhersehbar. Doch manchmal genügt ein einziger Augenblick, um alles infrage zu stellen. Plötzlich muss man sich in einer Realität zurechtfinden, auf die man niemals vorbereitet war. Und während die Welt um einen herum scheinbar einfach weiterläuft, versucht man selbst erst einmal herauszufinden, wie es überhaupt weitergehen soll.
Genau diese Seite der Geschichte hat mich sehr nachdenklich gestimmt.
Eden ist für mich eine Protagonistin, deren Weg alles andere als einfach ist. Ich konnte nicht jede ihrer Entscheidungen leicht nachvollziehen, aber gerade das machte sie für mich so menschlich. Sie muss ihren eigenen Weg finden, auch wenn sie sich dabei selbst im Weg steht. Ihre Geschichte hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, hinter das Verhalten eines Menschen zu schauen und nicht vorschnell über ihn zu urteilen.
Declan wiederum hat mich auf eine ganz eigene Art beeindruckt. Nicht, weil er keine Schwächen hätte, sondern weil er trotz seiner eigenen Probleme immer wieder versucht, für andere da zu sein. Für andere stark zu sein bedeutet eben nicht, selbst niemals an seine Grenzen zu kommen.
Besonders schön fand ich, dass die Geschichte auch zeigt, wie unterschiedlich Unterstützung aussehen kann. Manchmal ist es ein Gespräch, manchmal ein stilles Dableiben und manchmal einfach das Wissen, dass man nicht funktionieren muss, um geliebt zu werden. Die Menschen rund um Eden und Declan haben mir genauso viel gegeben wie die beiden selbst.
Das ist kein Buch, das man einfach nebenbei wegliest und anschließend gedanklich abhakt. Die Themen sind ernst, und manche Entwicklungen haben mich wirklich lange beschäftigt. Trotzdem hatte ich nie das Gefühl, dass die Geschichte ihre Figuren auf ihr Leid reduziert. Es gibt auch Wärme, Verbundenheit und diese kleinen Lichtblicke.
Die Geschichte verspricht nicht, dass das Leben immer gerecht ist oder dass sich jedes Problem einfach lösen lässt. Sie zeigt, dass es sich lohnen kann, weiterzugehen, Hilfe zuzulassen und sich selbst nicht vollständig aufzugeben.
Die Autorin hat mir mit diesem Buch wieder einmal gezeigt, warum ich ihre Geschichten so gerne lese. Ihre Figuren sind mir ans Herz gewachsen, und ihre Geschichte hat mich auch nach dem Lesen noch beschäftigt.