„𝐆𝐥𝐮̈𝐜𝐤 𝐚𝐮𝐬 𝐡𝐞𝐢𝐭𝐞𝐫𝐞𝐦 𝐇𝐢𝐦𝐦𝐞𝐥 (𝐃𝐢𝐞 𝐅𝐨𝐫𝐦𝐞𝐥 𝐝𝐞𝐫 𝐋𝐢𝐞𝐛𝐞 𝟏)“ von Nelly Berlin

Meine Rezi
Elsie ist keine klassische Heldin mit geradem Lebenslauf. Ihre Träume sind ins Stocken geraten, ihre Doktorarbeit liegt in Scherben, und plötzlich steht zwischen Aushilfsjobs, Selbstzweifeln und dem leisen Gefühl, nicht gut genug zu sein. Und genau das macht sie so nahbar. Ich mochte sie sofort. Dieses Chaotische, Herzliche, leicht Verpeilte, hinter dem so viel Mut steckt, auch wenn sie selbst ihn gar nicht erkennt.
Dann ist da Celina. Kontrolliert, rational, ehrgeizig. Absoluter Kopf-Mensch. Ihre Entwicklung hat mich ehrlich überrascht. Anfangs hätte ich nie gedacht, wie sehr sie mir ans Herz wachsen würde. Die Beziehung der beiden Schwestern ist für mich das Herz dieser Geschichte.
Und Bo? Fast ein bisschen zu perfekt, ein bisschen rätselhaft, ruhig, aufmerksam und definitiv kein lauter Bookboyfriend. Das Knistern zwischen ihm und Elsie ist nicht aufdringlich, sondern entsteht in kleinen Momenten und Gesprächen.
Diese Geschichte ist keine reine Lovestory. Liebe ist da, aber sie drängt sich nicht in den Vordergrund. Viel wichtiger sind zweite Chancen, zerplatzte Erwartungen und Selbstwert Dass das Ganze in einem wissenschaftlichen Umfeld spielt, fand ich aufregend. Labor und Forschung sind so eingebaut, dass es Spaß macht und nie trocken wirkt. Man merkt einfach, dass hier jemand schreibt, der weiß, wovon er spricht.
Die wechselnden Perspektiven der Schwestern haben der Geschichte zusätzliche Tiefe gegeben. Berlin als Schauplatz passt perfekt. Ich konnte mir Cafés, Labore und Straßen sofort vorstellen.
Nicht alles war völlig unvorhersehbar, und ja, bei manchen Punkten hätte ich mir ein kleines bisschen mehr Aufklärung gewünscht. Aber ganz ehrlich? Das hat meinem Lesegefühl keinen Abbruch getan.
Eine Geschichte über Schwesternliebe, Mut, Liebe und darüber, dass man manchmal erst stolpern muss, um zu erkennen, was man wert ist.